Fünf Stunden pro Woche durch Copilot gespart. Und dann?
Ich habe lange geglaubt, Produktivität sei ein Selbstzweck. Mehr schaffen, schneller antworten, präzisere Slides. Dann kam Copilot, und plötzlich war das Versprechen real: fünf Stunden pro Woche weniger im Posteingang, weniger im Meeting-Nachbereiten, weniger im Protokoll-Tippen.
Fünf Stunden. Pro Woche. Das sind rund 250 Stunden pro Jahr – fast eine ganze Monatsarbeitszeit.
Die erste Frage, die ich mir stellte: Was mache ich damit?
Die Antwort war nicht «mehr arbeiten»
Meine erste Reaktion war ehrlich gesagt: mehr Termine, mehr Projekte, mehr Kunden. Der klassische Reflex. Wenn ich fünf Stunden spare, kann ich fünf Stunden mehr verkaufen, oder?
Nach zwei Monaten war klar: das funktioniert nicht. Der zusätzliche Output hat nur dazu geführt, dass ich abends müder war. Die Zeit war weg, das Geld war da, aber das Leben fühlte sich gleich an wie vorher.
Die bessere Frage: Wo habe ich strukturelle Lücken?
Irgendwann habe ich die Frage umgedreht. Statt «was mache ich Produktiveres in dieser Zeit» wurde es «wo habe ich in den letzten Jahren aus Zeitmangel Entscheidungen vertagt»?
Die Antwort war unangenehm klar. Meine Finanzen.
Ich hatte eine Vorsorgelösung, die seit fünf Jahren nicht angeschaut worden war. Eine 3. Säule auf einem Zinskonto. Ein Depot, das ich 2019 gestartet und dann nie wieder optimiert hatte. Mein Jahresbudget war eher eine vage Schätzung als ein Dokument.
Das war der Moment, in dem livesmart365 entstanden ist – in meinem Kopf, nicht auf der Festplatte.
Was seither passiert ist
Ich habe pro Woche etwa zwei der gewonnenen Stunden in meine Finanzen investiert. Nicht jeden Tag, sondern in Blöcken: ein Samstag alle zwei Monate für grössere Brocken wie Steuerplanung, einen kurzen Abend pro Woche für Review und Buchhaltung.
Das klingt nach viel. Es sind zwei Stunden. Ich habe sie vorher auch gehabt – ich habe sie nur in Outlook verbracht.
Die anderen drei Stunden? Die sind ins Leben gegangen. Kochen ohne Hektik, Bücher lesen, die ich seit Monaten aufschiebe, früher schlafen.
Der eigentliche Punkt
Produktivität ist kein Ziel. Sie ist ein Werkzeug. Und Werkzeuge sind nur so gut wie die Projekte, für die du sie einsetzt.
Wenn die einzigen Projekte in deinem Kalender Kundentermine sind, wird auch die beste KI dein Leben nicht verändern. Sie wird dich nur schneller zum gleichen Punkt bringen.
Die Frage, die ich mir seitdem jeden Montag kurz stelle: Was möchte ich diese Woche mit den Stunden machen, die ich gewinne?
Manchmal ist die Antwort: schlafen. Das ist auch okay.