Ein Jahr livesmart365: was ich gelernt habe

Ein Jahr livesmart365. Zeit für eine ehrliche Bilanz, nicht für einen Erfolgsbericht.

Was hat funktioniert, was nicht, und was mache ich kommendes Jahr anders?

Was ich erwartet habe

Als ich livesmart365 gestartet habe, hatte ich eine klare Vorstellung:

  • livesmart365 wird der Hub, von dem aus ws365 und is365 Traffic bekommen.
  • Ich baue schnell einen Newsletter auf.
  • Die LinkedIn-Präsenz läuft schon nach drei Monaten stabil.
  • Nach sechs Monaten sind die ersten Speaker-Anfragen da.

Von diesen vier Punkten ist genau einer eingetreten.

Was tatsächlich passiert ist

LinkedIn lief nicht schneller. Im Gegenteil: Die Reichweite auf meinem persönlichen Profil ist im ersten halben Jahr gesunken. Grund: Ich habe zu viel Bridge-Content gepostet, für den sich niemand meines Netzwerks besonders interessiert hat – ws365-Leser wollten M365-Tipps, is365-Leser wollten Finanzinhalte.

Newsletter habe ich nicht gestartet. Ich war drei Mal kurz davor, dann habe ich wieder abgebrochen. Die ehrliche Begründung: Ich hatte keinen stabilen Content-Rhythmus. Ein Newsletter ohne Rhythmus ist ein kaputtes Versprechen.

Traffic von livesmart365 zu den Fachmarken ist real, aber viel kleiner, als ich dachte. Etwa 12 Prozent der Besucher klicken weiter. Die Funktion ist also eher «Klammer» als «Verteiler».

Die Speaker-Anfragen kamen nicht über livesmart365, sondern weiterhin über worksmart365. Also eigentlich über den Fachkanal, der längst bestand.

Was funktioniert hat

Die Dachmarken-Erzählung. Wenn ich Leuten erkläre, was ich mache, bringt der Satz «Arbeit und Finanzen hängen zusammen» fast immer einen Nicken. Vorher hatte ich zwei getrennte Elevator Pitches. Jetzt habe ich einen.

Fokus auf Storytelling. Die Bridge-Beiträge, die persönlich sind, funktionieren besser als die, die Listen und Frameworks versprechen. Meine meistgeklickten Beiträge sind die, bei denen ich zugegeben habe, etwas falsch gemacht zu haben.

Die Verbindung zur Familie. Seitdem ich livesmart365 habe, redet meine Frau ab und zu mit mir über Finanzen, ohne dass es unangenehm wird. Das klingt klein, ist aber der unterschätzteste Gewinn.

Was ich nächstes Jahr anders mache

Erstens: Ich höre auf, bei allem «dabei sein» zu wollen. livesmart365 bekommt keinen eigenen Instagram, keinen eigenen TikTok, kein eigenes Podcast. Das Projekt lebt auf Fabrizios persönlichen Kanälen, Punkt.

Zweitens: Ich schreibe seltener, aber tiefer. Ein guter Blog-Beitrag pro Monat, statt vier halbfertige. Wenn sich etwas nicht lohnt, zu schreiben, schreibe ich es nicht.

Drittens: Ich lasse den Newsletter bewusst offen. Kein Zwang, keine Launch-Liste, kein Countdown. Wenn er irgendwann natürlich entstehen will, entsteht er. Bis dahin: Blog und LinkedIn reichen.

Die wichtigste Erkenntnis

Ich habe in diesem Jahr mehr über mich gelernt als über Marketing. Ich bin nicht der Typ für laute Kampagnen. Ich bin der Typ für ruhige, ehrliche Beiträge, die ab und zu jemand liest und weiterempfiehlt.

Das reicht mir. Und genau das ist für mich schlauer leben.