Wie ich drei Marken nebenher betreibe, ohne auszubrennen
Drei Marken klingt nach mehr, als es ist. Aber ja – worksmart365, investsmart365 und livesmart365 sind parallel aktiv, und ich bin immer noch fünfzig Prozent bei der Bank Vontobel angestellt.
Die häufigste Frage, die ich bekomme: «Wie schaffst du das alles?»
Die ehrliche Antwort: Weil ich vieles nicht tue.
Was ich nicht tue
Ich recherchiere nicht für jeden Blog-Post drei Tage. Ich mache keine tägliche Analyse meiner Portfolios. Ich lese nicht jede M365-Release-Note.
Ich bin in drei Branchen unterwegs, in denen sich die Leute mit Details gegenseitig übertrumpfen. Das kostet Zeit und bringt mir persönlich wenig.
Stattdessen: Ich halte ein breites Bild. Ich schreibe über Dinge, die ich selber tue – nicht über theoretische Best Practices.
Was ich automatisiere
Fast alles, was wiederholbar ist. Ein paar Beispiele:
- Blog-Entwürfe: strukturierter Prompt in Claude, der mir aus einer Notiz eine erste Fassung macht. Danach edit ich, aber der leere Bildschirm ist weg.
- Social-Posts: aus einem Blog-Beitrag werden automatisch 5 LinkedIn-Posts generiert, die ich dann kurz überarbeite.
- Newsletter-Versand (für is365): geplante Tasks statt manuelles Abschicken.
- Buchhaltung: offene Banking-Integration statt manuelles Eintragen. 15 Minuten pro Monat statt zwei Stunden.
Nichts davon ist revolutionär. Alles davon spart mir zusammen fünf bis acht Stunden pro Woche.
Die eine Regel, die nicht verhandelbar ist
Ich arbeite nie an eigenen Projekten nach 20:00 Uhr.
Das klingt banal. Aber es ist die Regel, die alles andere möglich macht. Wenn ich weiss, dass ich abends nicht mehr «nachschieben» kann, plane ich tagsüber realistisch. Wenn ich weiss, dass der Abend frei ist, bin ich tagsüber fokussierter.
Der Preis: Ich produziere langsamer. worksmart365 könnte schneller wachsen, investsmart365 könnte mehr Artikel im Monat haben. Beides ist nicht die höchste Priorität.
Wo ich Abstriche mache
- Keine Community-Calls, keine Live-Events. Ich bin asynchron, weil sonst der Kalender explodiert.
- Keine Kundengeschenke, keine Weihnachtskarten, keine «Look wer hier ist»-LinkedIn-Posts.
- Keine Kurse, die ich bewerbe. Wenn jemand ein Coaching will, verweise ich – nicht immer, aber oft.
Das kostet mich Umsatz. Es rettet mir den Kopf.
Warum livesmart365 trotzdem Sinn macht
Ich habe die Marke nicht dazu geholt, weil ich Zeit übrig hatte. Ich habe sie dazu geholt, weil sie von den anderen beiden profitiert – und sie bremst mich nicht aus.
livesmart365 braucht selten einen eigenen Beitrag. Meistens genügt es, das Material aus ws365 und is365 anders zu kuratieren, anders zu rahmen. Die Marke lebt von den Synergien, nicht von neuer Produktion.
Das ist für mich der Trick: drei Marken, aber kein doppelter Aufwand.
Der Preis, den niemand sieht
Ich sage oft ab. Ich ignoriere viele Anfragen. Ich bin manchmal als «hochnäsig» abgestempelt worden, weil ich auf manche LinkedIn-Nachricht nie antworte.
Das ist okay. Die Alternative wäre, überall dabei zu sein und nirgends richtig.
Wenn du drei oder mehr Sachen parallel machen willst: Akzeptier früh, dass du bei jeder nur 80 Prozent geben kannst. Versuch stattdessen, dass alle drei in die gleiche Richtung zeigen. Dann addiert sich Aufwand nicht – er multipliziert sich.